GMP Gruppe aus Nordhorn

Manche Geschichten berühren sofort, weil sie zeigen, wie viel Menschlichkeit in kleinen Gesten steckt. Ein bisschen Zeit, echtes Zuhören und Mitgefühl können Großes bewirken. Genau dafür steht das Rikscha-Projekt aus Nordhorn. Sein Leitsatz bringt es auf den Punkt: Unmöglich gibt es nicht. Für Initiator Günter Behrendt und sein Team zählt vor allem eines – Lösungen finden, auch wenn sie ungewöhnlich sind.

„Irgendeinen Weg gibt es immer“, sagt Christiane Großmann. Die 56-Jährige engagiert sich seit rund einem Jahr ehrenamtlich und begleitet Menschen, die selbst nicht mehr mobil sind, auf Ausflügen. In einer auffälligen Rikscha mit rotem Verdeck geht es durch Nordhorn und Umgebung – für viele Fahrgäste ein Stück zurückgewonnene Lebensfreude.

Dabei entstehen oft ganz besondere Momente. So berichtet Johanne Philipps schmunzelnd, dass eine Fahrt sogar durch die Augustinus-Kirche führte – möglich gemacht durch einen passenden Seiteneingang. Für eine Seniorin erfüllte sich damit ein lang gehegter Wunsch: die frisch restaurierte Kirche noch einmal von innen zu erleben. Für sie war dieser Augenblick von unschätzbarem Wert.

Die Idee hinter den Fahrten entstand vor etwa zweieinhalb Jahren. Günter Behrendt wollte Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, wieder mehr Teilhabe ermöglichen. Die erste Rikscha wurde durch die GMP-Stiftung finanziert. Inzwischen hat sich daraus ein erfolgreiches Projekt entwickelt: Mehr als 1.000 Touren wurden bereits organisiert.

Heute besteht das Team aus über 20 Ehrenamtlichen im Alter zwischen Mitte 40 und Anfang 70. Altersgrenzen spielen dabei keine Rolle – entscheidend ist die Bereitschaft, Zeit zu schenken und sich zu engagieren.

Auch Berufstätige wie Christiane Bussmann und Stefanie Everding sind mit Begeisterung dabei. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit, anderen Menschen besondere Erlebnisse zu ermöglichen. Die Fahrten eröffnen Möglichkeiten, die vielen sonst verwehrt bleiben – etwa ein Besuch am Vechtesee, eine Fahrt durch blühende Landschaften oder ein Eis in Denekamp.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bewegung, sondern vor allem die Begegnung. Gespräche über früher, gemeinsames Staunen oder auch stille Momente machen jede Fahrt einzigartig. „Man muss sich auf jeden Menschen individuell einstellen“, beschreibt es eine Ehrenamtliche treffend.

Dass die Fahrten oft mehr sind als ein Ausflug, zeigt ein Erlebnis von Helmut Groene. Er begleitete einen älteren Herrn beim Kauf neuer Kleidung. Die Dankbarkeit, die ihm anschließend entgegengebracht wurde, hat ihn tief bewegt – ein Moment, der ihm zeigte, wie wertvoll dieses Engagement ist.

Die Nachfrage nach den Rikscha-Touren ist groß. Die Termine sind häufig ausgebucht, auch an Wochenenden werden zusätzliche Fahrten angeboten. Gleichzeitig wächst das Projekt weiter: Mit Unterstützung von Organisationen und privaten Spendern wird bald eine weitere Rikscha angeschafft.

Für die Fahrgäste ist das Angebot kostenlos. Auch Menschen außerhalb von Pflegeeinrichtungen können sich melden und eine Fahrt anfragen. Gleichzeitig werden weiterhin Freiwillige gesucht, die sich als Fahrer engagieren möchten. Nach einer kurzen Einweisung und etwas Übung steht dem Einstieg nichts im Weg – und jeder Einsatz schenkt nicht nur den Fahrgästen, sondern auch den Ehrenamtlichen selbst besondere Erlebnisse.

Viele Akteure haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren an der Erfolgsgeschichte des Rikscha-Projekts in Nordhorn mitgeschrieben. Hier hat sich ein Teil von ihnen zum Foto versammelt. Foto: Susanne Menzel / Grafschafter Nachrichten
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