Rheine

Die Ems-Auen

Aufbereitung und Entwicklung des ehemaligen Industriestandorts Kümpers in Rheine

Wohnen, wo einst gewebt wurde

Vor 43 Jahren stellte die Fa. Kümpers die industrielle Herstellung von textilen Produkten ein. In den letzten 20 Jahren wurden die Hallen als Logistik- und Lagerflächen von Firmen und Privatleuten genutzt. Bereits im Zuge der Planungen für den potenziellen Erwerb des „Kümpers-Areals“ wurde schnell ersichtlich, dass die vorhandenen Gebäudeflächen in nahezu allen Bereichen einen erheblichen Sanierungsstau aufwiesen. Eine Nutzung in der jetzigen baulichen Beschaffenheit ist nicht nachhaltig, da die wirtschaftliche Situation nur die notwendigsten Instandhaltungen erlaubt, aber keine Räume für langfristige Investitionen ermöglicht.

Die aktuelle Nutzung

Unter den aktuellen Umständen ist derzeit ausschließlich eine gewerbliche Nutzung bzw. Vermietung möglich. Daher setzt sich die Mieterstruktur primär aus Unternehmen zusammen, die aus dem Bereich Logistik oder Handwerk stammen oder Büroräume für Verwaltungsaufgaben benötigen. Zudem werden zahlreiche Lagerräume und PKW-Stellplätze sowie Garagen sowohl an private als auch gewerbliche Nutzer vermietet.

Projektbeschreibung

Die Planung für das „Kümpers-Areal“ basiert auf einem ganzheitlichen Konzept. Das bedeutet, dass die Entwicklung der zu erhaltenden Bestandsgebäude und des Baulands in einem Zug erfolgen soll. Für die städtebauliche Planung konnten wir das Planungsbüro Drees & Huesmann gewinnen.

Die Planung sieht eine Nachverdichtung der Freiflächen sowie Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen in den bestehenden und unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden vor. Die obersten Ziele unserer Projektarbeit an diesem Standort umfassen dabei ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte. Durch die Einhaltung dieser Kriterien wird das „Kümpers-Areal“ langfristig für die Anwohner, die zukünftigen Bewohner und Nutzer, die geplanten städtebaulichen Ziele der Stadt Rheine und die Umwelt eine Bereicherung darstellen. Mit Hilfe der tabellarischen Gegenüberstellung des Bestandes und des Planungsentwurfes wird deutlich, dass die Flächenversiegelung nicht übermäßig, sondern in einem ausgewogenen ökologischen Verhältnis stattfinden soll. Bestehende Grünflächen und Baumbestände werden überwiegend erhalten.

Ökologie & Umwelt

Um unseren hohen Anforderungen an die Ökologie gerecht zu werden, erfolgt die Begleitung des Bauvorhabens durch das Fachbüro ÖKON aus Münster. Durchgeführt werden dabei unter anderem Kartierungen des Baumbestands, Vogel-, Uhu- und Fledermauskartierungen sowie artenschutzrechtliche Prüfungen, wodurch bereits erste Ergebnisse aus der vorhandenen Flora und Fauna zusammengetragen werden konnten (siehe  Abbildung). Der Eingriff in die Natur wird auf ein Minimum reduziert. Die Ausgleichsflächen sollen möglichst oder weitestgehend an Ort und Stelle geschaffen werden. Hierunter fallen nicht nur die Gestaltung der Außenlagen (verpflichtende Tiefgaragen, Verbot von Stein- bzw. Kiesgärten), sondern ebenfalls die möglichen Potentiale auf den Gebäuden (z.B. Dachbegrünungen) auszuschöpfen.

Im Zuge einer Nachverdichtung durch den Neubau von Gebäuden sollte zwingend darauf geachtet werden wertvolle Flächen zu erhalten, zu entwickeln und neue Grünflächen mit Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Sowohl die Bestandsbäume auf der gesamten Grundstücksfläche, das „Frühstückswäldchen“, die fußläufigen Anbindungen zur Ems als auch die Naherholungswiese im Helschenweg und eine mögliche Anbindung zum Walshagenpark sind fundamentale Bestandteile des Grünflächenkonzepts.

Ein ökologisches Verkehrskonzept und Erhalt von Industriekultur

Des Weiteren beinhaltet die Planung ein Verkehrskonzept, das durch die Firma TSC Beratende Ingenieure für Verkehrswesen aus Essen erstellt wird. Geplant ist die Errichtung von Tiefgaragen unterhalb der Neubauten, damit keine zusätzliche Versiegelung der vorhandenen Grünflächen erfolgt.

Oberirdische Parkflächen sind lediglich für Besucher, Kurzparker und Ladestationen für Elektroautos vorgesehen. Auch umfangreiche Fahrrad- und Fußgängerwege sowie eine stärkere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr werden Bestandteile des Verkehrskonzepts sein.

Die Anwohner und Besucher sollen dazu angeregt werden das eigene Auto ruhen zulassen, um stattdessen das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Ein weiteres Merkmal des Oberbegriffs „Ökologie“ ist die Schonung von vorhandenen Ressourcen. Wir verstehen unsere Verantwortung gegenüber Bestandsgebäuden unter Denkmalschutz oder Gebäuden mit erhaltenswerter historischer Bausubstanz (z.B.Sheddächer) als selbstverständlich.

 

Es ist sinnvoll diese zu erhalten und etwaige Mängel, die das Fortbestehen der Gebäudebestandteile bedrohen, zu beseitigen. Daher sollen im Besonderen die Sheddächer und die denkmalgeschützte Spinnerei mit einem für die Stadt Rheine industriekulturhistorischen Wert bestmöglich erhalten bleiben.


Erhaltung von Bestandsgebäuden als Beispiel:
 Quartier Tuchfabrik Charlottenstraße, Aachen; Quelle: hks | architekten GmbH

 

Durch ein Nah- und Fernwärmenetz mit größtmöglichem Anteil an erneuerbaren Energien, wie beispielsweise Geothermie und/oder Blockheizkraftwerke mit Biogas und/oder Photovoltaikanlagen, soll die Erreichung unserer energetischen Zielsetzungen gesichert werden. Die Neubauten sollen die aktuellen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes übertreffen, wodurch die Bewohner, Nutzer sowie das gesamte Ökosystem von einem äußerst geringen Ressourcenverbrauch profitieren. Die Bestandssanierungen werden auf dem Niveau des KfW-40-Standards durchgeführt. Zur ökologischen Verwertung des Regenwassers findet die Regenwasserversickerung auf jedem einzelnen Grundstück statt. Zudem wird die technische Infrastruktur (z.B. Glasfaseranbindung) auf den aktuellen Stand gebracht.

Soziale Nachhaltigkeit

Integrative Zusammenführung vonverschiedenen Wohnformen und nicht störenden Gewerbeflächen: Quartiersentwicklung Areal Sternburg-Brauerei, Leipzig Quelle: Stadt Leipzig

Um unseren Anspruch an die sozialen Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen, sollen neben einer angemessenen städtebaulichen Nachverdichtung verschiedene Wohnformen wie Reihen- und Mehrfamilienhäuser realisiert werden, die sich an die vorhandene Bebauung anpassen und innerhalb des Quartiers weiterentwickeln. Weiterhin soll die Art und Weise sowie der Umfang der Bebauung in Anlehnung an das Wohnraumversorgungskonzept aus dem Jahr 2021 erfolgen. Analog zu der Schaffung von Wohnraum sind zudem Aufenthaltsqualitäten in den Bereichen der Spinnerei, der Grünflächen und an der Aue vorgesehen. Neben den städtebaulichen Anforderungen an die Nachverdichtung von Wohnraum stellt weiterhin die ergänzende gewerbliche Ansiedlung und Konzeptionierung einen festen Bestandteil der Projektidee dar. Zum Wohnen soll
nicht störendes Gewerbe in Kombination mit einem Bildungscampus im Bereich der Sheddächer angesiedelt werden.

Nutzungskonzepte

Durch die Umsetzung der genannten Nachhaltigkeitsaspekte soll auf dem „Kümpers-Areal“ barrierefreies und generationenübergreifendes Wohnen und Arbeiten durch die Revitalisierung der Altbestände und Errichtung von neuen Wohngebäuden entstehen. Dazu werden Wohnformen wie
„Service Wohnen“, „Junges Wohnen“ und „Integratives Wohnen“ mit familiären Wohnkonzepten zusammengeführt.
In der Spinnerei ist beispielsweise die Kombination aus einer Kindertagesstätte, einer Tagespflege, Wohngruppen und dem „Service Wohnen“ bereits planerisch umgesetzt.

Unter den Sheddächern möchten wir öffentlich geförderte
Wohnungen ansiedeln, um der steigenden Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum für Jung (z.B. Azubis) und Alt entgegenzuwirken. Letztlich sollen innerhalb der gewerblich geprägten Räumlichkeiten die Bereiche Dienstleistung,
Bildung und Gesundheit priorisiert werden.

Die Quartiersversorgung inkl. des Energie-, Nahverkehr- und Datenkommunikationkonzepts wird für das gesamte Gebiet mit den örtlichen Versorgern abgestimmt.

„Schleifenerschließung mit zus. Verkehrsanknüpfung an Walshagenstr.“ Quelle: Drees & Huesmann Stadtplaner Part GmbB, Bielefeld

Die GMP Gruppe

„Die Projektentwicklung ist mehr als eine zielorientierte Bebauung freier Flächen. Sie ist die Neu- oder Umgestaltung diverser Lebensareale unter der Prämisse einer visionären Verantwortung. „Visionär“, weil es ohne den Taktgeber einer kreativen Treibkraft keinen Grund gibt anzufangen. „Verantwortung“, weil jeder vermauerte Stein und jede Lage Beton nicht nur ein gestalterisches, sondern auch ein materielles Manifest ist: Sie sollen die folgenden Generationen überdauern. Sie sollen Ihnen aber auch im Rückblick auf die ursprünglich formulierten Intentionen stets auf bestmögliche Art und Weise dienen können.“

Auf Basis dieses Leitbildes erwarb die SEG Ems Auen GmbH, als Tochtergesellschaft der GMP-Gruppe, im Jahre 2020 das „Kümpers-Areal“ in Rheine. Die obersten Ziele lauten dabei ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte umzusetzen sowie neue Gebäude in Anlehnung zu den unter Denkmalschutz stehenden Bestandsgebäuden zu errichten. Durch die Integration einer neuen Nutzung in den Bestand soll die Grundlage für die Revitalisierung und Entwicklung eines bedeutenden Standorts in der Stadt Rheine geschaffen werden, um Wohnen, Arbeit und Lernen in Einklang zu bringen.

Im Zuge der Aufbereitung und Entwicklung dieses Quartiers sollen verschiedene Wohnformen wie „Service Wohnen“, „Junges Wohnen“ und „Integratives Wohnen“ – sowie nicht störendes Gewerbe und familiäre Wohnkonzepte zusammengeführt werden.
Bereits seit Jahrzehnten deckt die GMP-Gruppe den Bedarf an verschiedensten Wohn- und Nutzungsformen, wo er primär benötigt wird. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um den Folgen der demografischen Entwicklung – unter Berücksichtigung der sozialen Aspekte – an unseren Projektstandorten entgegenzuwirken.

Presseberichte

Michael Maas_Portrait

Im Zuge der Aufbereitung und Entwicklung des „Kümpers-Areals“ wollen wir einen ökologischen und sozialen Meilenstein innerhalb der Stadt Rheine setzen. Die historisch erhaltenswerten und denkmalgeschützten Bereiche des Fabrikschlosses sollen durch ein ökologisches und nachhaltiges Sanierungskonzept erhalten werden. Die Errichtung von neuen und energieeffizienten Wohngebäuden erfolgt in Anlehnung an die vorhandene Bebauung. Die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes wollen wir hierbei übertreffen.

Wir freuen uns auf die Beteiligungen der Bürgerinnen und Bürger und der Stadt Rheine, damit sich der Standort „Ems Auen“ neu definieren kann

Michael Maas

Geschäftsführer

Ihre Ansprechpartner

Henning Zwafink

Projektleiter

Ulrich Dienhart

Geschäftsführer GMP Re|Solutions

Michael Maas

Geschäftsführer GMP Projekte

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